Kreislehrgang Löschwasserrückhaltung

In den Räumen des Oberweseler Gerätehauses fand am 15. + 16.11.2019 im Zuge der Kreisausbildung des Rhein-Hunsrück-Kreises (RHK) der erste Lehrgang auf Kreisebene zum Thema Löschwasserrückhaltung und Einsatz von additivhaltigen Löschmittel (Löschschaum/Netzmittel) statt. Lehrgangsleiter und stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur Christian Albrecht begrüßte am Freitagabend 20 Führungskräfte von Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet. Aufgrund des Themas war darüber hinaus auch die Untere-Wasserbehörde des Rhein-Hunsrück-Kreises bei diesem Feuerwehrlehrgang mitwirkend.

 

Nach der Begrüßung und Einführung ins Thema hatten die Teilnehmer die Aufgabe in drei Gruppen verschieden Einsatzlagen in einer sogenannten Planübung theoretisch auszuarbeiten. Hier legte Albrecht Wert darauf, dass der Führungsvorgang “Lagefeststellung, Planung und Befehlsgebung” abgearbeitet wurde und insbesondere der Blick auf die Umweltgefahren, zu der auch Löschwasser zählen kann, ein besonderes Augenmerk gelegt wird.

Gerade beim Löscheinsatz mit Schaummittel/Netzmittel (z.B. Mehrbereichsschaummittel, Class-A, AFFF) ist eine besondere Aufmerksamkeit im Einsatzverlauf geboten, wie Herr Jahnz und Herr Stumpf der Unteren-Wasserbehörde des Rhein-Hunsrück-Kreises in Ihren Ausführungen erläuterten.

 

Am Samstagmorgen erfolgte die Besprechung und Auswertung der Ausarbeitung vom Abend zuvor. Hierbei berichteten die Teilnehmer auch von Ihren eigenen Erfahrungen aus vergleichbaren Einsätzen, so dass hier ein reger Austausch an Erfahrungswerten und ein enormer Wissenstransfer stattfand. Dabei wurde die Tragweite des Themas wieder vor Augen geführt, welches in der Vergangenheit eine eher untergeordnete Rolle spielte.

Genau dies soll mit diesem Lehrgang erreicht werden, so dass die Einsatzleiter bei künftigen Einsätzen in Ihren Entscheidungen für dieses Thema sensibilisiert werden und rechtzeitig entsprechende Maßnahmen bei Schaumeinsatz und Löschwasserrückhaltung einleiten.

Für diesen Lehrgang konnte darüber hinaus auch Herr Jaeger von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Trier gewonnen werden, der den Teilnehmer den “Leitfaden Brandschadensfälle” (Hier klicken) des Landes Rheinland-Pfalz näher vorstellte.

 

Im Anschluss daran erfolgte ein Praxisteil, in dem die Teilnehmer verschiedene Stationen durchlaufen mussten. Hier wurden diverse Möglichkeiten zum Thema aufgezeigt, wie z.B. Probeentnahme aus Gewässer, Abdichten von Kanaleinläufen, Auffangen von Löschwasser, verhältnismäßiger Einsatz von Löschschaum und Möglichkeiten von geringerem Löschwassereinsatz bei gleichbleibender Löschwirkung. Außerdem wurde der Abrollbehälter “AB-Saug” der BF Koblenz vorgestellt, welcher unter anderem auch flüssige Gefahrstoffe oder auch kontaminiertes Löschwasser aufnehmen kann.

 

Bei diesem Lehrgang unterstützte u.a. die Feuerwehr Oberwesel personell und materiell mit der Vorstellung des Gerätewagen-Messtechnik (Gw-Mess) des Gefahrstoffzuges Rhein-Hunsrück, dem neuen Tanklöschfahrzeug (TLF) 3000 mit automatischer Zumischanlage für Schaum- und Netzmittel, sowie auch bei der Vorführung von verschiedenen Kanaleinlauf-Dichtkissen innerhalb der Praxisstationen. Außerdem waren noch die Feuerwehren Rheinböllen und Sohren-Büchenbeuren unterstützend anwesend.

 

Alle Teilnehmer waren sich zum Lehrgangsende einig, dass dieser Lehrgang die Sichtweise geschärft hat und dieses Thema bei künftigen Einsätzen und Schadenslagen eine größere Berücksichtigung finden muss.