Freiwillige Feuerwehr Oberwesel

Retten - Löschen - Bergen - Schützen

Letzte Einsätze

20.08.2018  um 10:27 Uhr  in St. Goar  Unterstüzung Rettungsdienst  mehr ...
16.08.2018  um 16:10 Uhr  in Niederburg  Flächenbrand  mehr ...
15.08.2018  um 09:19 Uhr  in Oberwesel  Brandmeldeanlage  mehr ...

Team-Resource-Management

Es ist Samstagvormittag der 04.04.2009 pünktlich um 08:00Uhr  als VG Wehrleiter Christian Albrecht  rund 80 Übungsteilnehmer  zum ersten gemeinsamen Übungswochende im Feuerwehrgerätehaus Oberwesel begrüßen darf. Die beiden Hauptorganisatoren und Dozenten der Veranstaltung Benjamin Zurek (Lehrrettungsassistent und Organisatorischer Leiter im Rettungsdienst), sowie Stefan Ternes (Rettungsassistent und Gruppenführer bei der FF Oberwesel) erklären im Anschluss, worauf es bei diesem Übungswochenende ankommt. Hier wird schnell deutlich, dass in nicht alltäglichen Einsatzsituationen es besonders wichtig ist, dass die eingesetzten Fachkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst professionell kooperieren. Einsätze mit besonderen Gefahrenlagen stellen für alle Einsatzkräfte eine große Herausforderung dar.
Das Übungswochenende dient der theoretischen und praktischen Veranschaulichung seltener Einsatzlagen und bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst, sowie den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen die Gelegenheit das präklinische Management, die Kooperation unterschiedlicher Hilfsdienste und Facheinheiten zu optimieren.
Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Bungert, Beigeordnete der VG,  sowie Vertreter verschiedener Fraktionen lassen es sich, neben den Wehrleitern der Nachbarverbandsgemeinden und weiterer interessierte Feuerwehrangehöriger verschiedener Wehren aus dem Rhein-Hunsrück Kreis, nicht nehmen dieser interessanten Veranstaltung beizuwohnen und sich über den Leistungsstand ihrer Feuerwehr zu informieren.
Es ist kurz nach neun Uhr als per Lautsprecherdurchsage im Feuerwehrgerätehaus Oberwesel und über Funkmeldeempfänger der erste Einsatzauftrag für die Hilfskräfte herausgeht. Gemeldet ist ein schwerer Verkehrsunfall auf der K94 Richtung Urbar mit 2 PKW, einer davon habe sich überschlagen. Sofort rücken Rettungsdienst und die Feuerwehr Oberwesel zur Einsatzstelle aus. Vor Ort wird bei der Erkundung festgestellt, dass insgesamt 4 Personen teilweise schwer verletzt sind, zwei davon sind in Ihrem Fahrzeug in Zwangslage. Der Einsatzleiter entscheidet weitere Rettungsmittel, Notarzt und die Feuerwehr St. Goar mit einem weiteren Hilfeleistungssatz zur technischen Rettung nachzufordern. Die Einsatzstelle wird in zwei Einsatzabschnitte aufgeteilt und die Aufgaben entsprechend zugeteilt. Nach dem die verletzten Personen medizinisch versorgt und befreit sind, werden sie zur weiteren Behandlung in die umliegenden Krankenhäuser transportiert. Erstes positives Ausrufezeichen bei dieser ersten Übungslage: Der komplette Einsatz lief professionell, koordiniert und ruhig ab. Ob wohl sich hier verschiedene Einsatzkräfte, erstmalig gegenüberstanden arbeiteten hier jeder Hand in Hand und man hatte als Außenstehender jederzeit den Eindruck, dass hier jeder Handgriff absolut sitzt.

Nach einer Einsatz -bzw. Übungsnachbesprechung ging es zum gemeinsamen Mittagsessen, dieses wurde durch eine Versorgungseinheit der Malteser zu Verfügung gestellt. Jedoch blieb den Einsatzkräfte nicht wirklich viel Zeit sich währen d der Mittagspause zu erholen: „Abgestürzte Personen“ im Bereich der Schönburg lautet das Alarmstichwort, welches erneut die Einsatzkräfte zu ihren Fahrzeugen rennen ließ.
Folgende Lage wurde hier seitens der Übungsleitung angenommen. Eine Jugendgruppe ist im Rahmen einer Ausbildungsveranstaltung auf der Schönburg untergebracht und konsumiert in Feierlaune verschieden Arten von halluzinierend wirkenden Pilzen (s.g. Mashrooms) unklarer Herkunft. Ein Schüler irrt dabei über den Burghof und stürzt ab, ein weiterer eilt zur Hilfe und kommt ebenfalls in Zwangslage. Auf der obersten Plattform des Torturmes auf der Schönburg bricht ein Schüler bewusstlos zusammen und muss reanimiert werden.
Aufgabenverteilung an alle Einsatzkräfte bei dieser Übungslage: Sofortiges einleiten lebensrettender medizinischer Maßnahmen, sowie die Rettung der abgestürzten Personen aus  dem Hang in ca. 13m Tiefe unterhalb der Flaggenwiese. Hierzu wurde speziell in der Absturzsicherung geschultes Personal und Einsatzgerät der FF Oberwesel in den Einsatz gebracht. Zum Retten der Person von der obersten Plattform des Torturmes wurde die Höhenrettungsgruppe der FF Bad Salzig angefordert, welche die Person mittels Schleifkorbtrage an der Außenmauer abseilte.

Nach einem gemeinsamen Grillabend und dem regen Austausch von Einsatzerfahrungen und Erlebnissen am Samstagabend,  konnte man gestärkt und voller neuer Motivation am  Sonntagmorgen in der Frühe in einen erneuten Übungstag einsteigen.
Auch hier ließ der erste Einsatzalarm nicht lange auf sich warten: Angenommen wurde, dass im Heuss-Adenauer Schulzentrum eine kleine Gruppe Schüler im Rahmen eines freiwilligen Workshops einen Chemieversuch durchführt. Hierbei unterläuft ihnen ein Fehler und es findet eine heftige Reaktion statt, bei der eine größere Menge Säure im Raum verteilt wird. Auch hier greifen die Spezialisten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes professionell ein und arbeiten diese Lage koordiniert und geordnet ab. Unterstützung bekommen sie hierbei von der FF Niederburg und dem Zugführer des Gefahrstoffzug Rhein-Hunsrück Herr Stefan Knichel. Bei dieser Übung fällt insbesondere auf, dass es gilt die Kommunikationswege im Sprechfunkverkehr noch zu optimieren und eine bessere Gebäudekenntnis des Schulzentrums zu erlangen. Eine wichtige  Erkenntnis die man bei einer solchen Übungslage, sehr schön „mitnehmen“ konnte.
Die anschließende Nachbesprechung und das hochverdiente Mittagessen wurden durch einen realen Einsatz für die Feuerwehr Oberwesel jäh unterbrochen. In Höhe des Rhinelanderstadions hatte sich ein Verkehrsunfall ereignet, zu welchem die FF Oberwesel alarmiert wurde. Hier konnte schnell professionelle Hilfe geleistet werden und im Anschluss an die Einsatzmaßnahmen wurde die noch anstehende Übung fortgesetzt.

Den Abschluss des gemeinsamen Übungswochenendes bildete dann eine Wasserrettungsübung auf dem Rhein in Höhe der Insel „Tauberwerth“.  Angenommen wurde hier, dass eine Familie auf dem Rhein mit einem Sportboot unterwegs ist, der Schiffsführer leblos zusammenbricht und das Boot führerlos Mitstroms auf dem Rhein treibt. An dieser Übung waren neben den Gastgebern der FF  Oberwesel und dem Malteser Hilfsdienst Bad Kreuznach, noch die FF St. Goar mit Ihrem Mehrzweckboot, die DLRG Boppard und die Wasserschutzpolizei St. Goar beteiligt. Letzt genannte rettete eine hilflos im Rhein treibende Person, welche durch einen Rettungstaucher der Berufsfeuerwehr Koblenz dargestellt wurde. 
Alles im allem ein sehr positiv verlaufendes Übungswochenende in der VG St. Goar-Oberwesel. Allgemeiner Tenor der Beteiligten: „Es war total anstrengend, aber der Übungs- -und Ausbildungseffekt war riesig!!!“ Nicht zuletzt - und dies ist das Wichtigste - hat es jedem Teilnehmer sehr viel Spass bereitet und man konnte einmal mehr über den Tellerrand schauen, die Arbeit der anderen Hilfskräfte kennen lernen und am eigenen Leibe erleben wie man in einem „TEAM“ Hand in Hand arbeitet.


Christian Albrecht
(Wehrleiter VG St. Goar-Oberwesel)